Liberaler Treff: Adventsbrunch mit Dr. Strack-Zimmermann

Minden. Am Sonntag, den 6.12.2015, 11 Uhr fand im Hotel Exquisit in Minden ein weiteres Highlight der Veranstaltungsreihe "Liberaler Treff" statt. Im Rahmen eines Adventsbrunch wurde der Gastvortrag diesmal von Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann gehalten.

 

Ihr Thema: 

"Bewegte Zeiten ..."

- Deutschland vor neuen Heraus-
  forderungen
- Kommunen vor neuen Belastungen
- FDP zurück in den Bundestag

 

Eingeladen waren Mitglieder und Freunde der FDP Minden. Besondere Gäste waren diesmal die Regierungspräsidentin der Bezirksregierung in Detmold Frau Marianne Thomann-Stahl und der FDP-Landtagsabgeordnete aus Bielefeld Dr. Björn Kerbein.

 Foto: Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) 

 

Minden (mt). Mancher im Raum zuckt ein wenig zusammen, als Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Sonntagmittag über das Wahljahr 2017 spricht. „Wir müssen es schaffen, sonst sind wir Geschichte“, sagt die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende vor ihren Mindener Parteifreunden. Im NRW-Landtag zu bleiben, sei mindestens genauso entscheidend wie der Wiedereinzug in den Bundestag. Die Mimik ihrer rund 50 Zuhörer sagt aus, dass diese Botschaft angekommen ist.

 

Die Lage sei zwar ernst, aber die Chancen der FDP durchaus gut. Zwar appelliert sie im Hotel Exquisit ganz deutlich dafür, sich nicht von Umfragen beeinflussen zu lassen, allerdings: „Immer mehr Menschen haben in Deutschland begriffen, dass es ohne uns Liberale nicht geht“, sagt Strack-Zimmermann. Verbessert habe sich inzwischen auch wieder die Stimmung. Die sei in der FDP nach der verlorenen Bundestagswahl 2013 auf dem Nullpunkt gewesen. Als „Hardcore“ bezeichnet sie ihre damalige Arbeit im Bundesvorstand.

 

Lehren habe man aus den Niederlagen gezogen. Christian Lindners Stellvertreterin ruft unter anderem dazu auf, künftig nicht mehr mit einer Koalitionsaussage in den Wahlkampf zu ziehen. Und die Frau, die für ihre deutlichen Analysen geschätzt und gefürchtet ist, setzt klar auf das eigene Profil. Das gelte es, zu schärfen. „Und nach der Wahl schauen wir dann, mit wem wir was am besten machen können.“

 

Strack-Zimmermann kommt aus der Kommunalpolitik. Unter anderem ist sie Chefin der FDP-Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat. Es sei durchaus eine Bereicherung, auch mal mit anderen politischen Partnern unterwegs zu sein, sagt sie. Die seien zwar anders, doch eine Zusammenarbeit könne so manches Problem lösen. „Und das muss nicht immer dieser Reflex sein, die Steuern zu erhöhen.“ Damit würde man jeden belasten, was nicht das Ziel einer zukunftsorientierten Politik sein könne. Ihre Zuhörer ruft sie dazu auf, sich nicht irritieren zu lassen, wenn es angeblich keine andere Alternative mehr gibt. „Irgendein Weg findet sich.“ Auch dafür stehe die Politik der FDP.

 

Dass sie in der Flüchtlingspolitik von Bund und Ländern enttäuscht ist, sagt sie mehrfach. „Man kann die Kommunen bei so einem Thema nicht im Regen stehen lassen.“ Weil sie finanziell unterschiedlich aufgestellt seien, führe das in manchen Kommunen zu enormen Belastungen. Einige seien angesichts der steigenden Asylbewerberzahlen kurz vor dem Zusammenbruch. Um die Aufgaben meistern zu können, fordert die FDP-Politikerin hauptamtliche Flüchtlingsbeauftragte.

 

Das Thema sei noch lange nicht zu Ende. Mehr als 60 Millionen Menschen seien momentan weltweit auf der Flucht - und Strack-Zimmermann spricht von der größten Herausforderung, vor der Deutschland seit der Wiedervereinigung stehe. Weil die Menschen da sind, sei es nicht die Frage, ob man das „schaffe“. Man müsse sich in die Lage von Flüchtlingen hineinversetzen - und sie motiviert dazu, den Kontakt zu suchen. „Denn das baut Sorgen und Ängste ab.“

 

Überhaupt habe Deutschland es sich in der Angelegenheit lange Zeit sehr einfach gemacht - und hätte deutlich früher reagieren müssen. „Ich hoffe sehr, dass jetzt der Einsatz der Europäer für mehr Frieden sorgen wird.“

(Quelle: Mindener Tageblatt vom 8. Dezember 2015)

 

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