Notstand an Mindens Schulen?

Foto: Vorstandssitzung der FDP Minden

 

FDP warnt vor weiteren Belastungen – Schulen häufig bereits heute überfordert

 

Minden. Die Stadt Minden plant zum 01.08.2018 an beiden Realschulen die Einrichtung eines Bildungs-gangs, der zu den Abschlüssen der Hauptschule führt. Grundlage hierfür bilden die § 81 SchulG NRW und insbesondere 132c SchulG NRW. Dort heißt es u.a.:

(1) Der Schulträger einer Realschule kann dort einen Bildungsgang ab Klasse 7 einrichten, der zu den Abschlüssen der Hauptschule (§ 14 Absatz 4) führt, insbesondere wenn eine öffentliche Hauptschule in der Gemeinde oder im Gebiet des Schulträgers im Sinne des § 78 Absatz 8 nicht vorhanden ist. Dies gilt als Änderung der Schule im Sinne des § 81 Absatz 2.

 

Wurde aufgrund fehlender Anmeldungen erst in jüngster Vergangenheit der Beschluss zur Schließung der Hauptschule Todtenhausen gefasst, so mangelt es nun an ausreichender Kapazität, ausgelöst vor allem durch die Effekte der Zuwanderung in den letzten Jahren.  Begründet deshalb auch die Sorge der Schulleitungen von Freiherr-von-Vincke- und Käthe-Kollwitz-Realschule, die sich damit nun auch an die Fraktionen wandten.

 

Es  ist nur zu verständlich, dass die Schulleitungen der weiterführenden Schulen Mindens ihre Besorgnis über diese Entwicklung auch öffentlich zum Ausdruck bringen. So weist der Direktor des Besselgymnasiums darauf hin, dass der größte Teil der Kinder aus den pflichtigen Sprachförderklassen der Gymnasien nach spätestens zwei Jahren wegen Überforderung zu einer anderen Schule (Anm. hier die Realschule) wechseln werde.

 

Doch die Käthe-Kollwitz- und die Freiherr-von-Vincke-Realschule stehen bereits heute vor erheblichen Problemen, die nicht länger ausgeblendet werden dürfen. Wenn ca. 50-70% der Kinder einen Migrationshintergrund haben, auf dem Schulhof 5-10 Sprachen gesprochen werden und kaum noch ein vollständiger Satz in deutscher Sprache zu hören, sowie insgesamt eine heterogene Schülerschaft vorzufinden ist (so Simone Linnemöller, Lehrerin an der ´Käthe´ und Mitglied der Liberalen Fraktion), dann bedeutet das für die Lehrkräfte eine erhebliche Belastung mit entsprechenden Einschränkungen für den Unterrichtsverlauf. Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit, nämlich in deutscher Sprache, dürfte dadurch ebenfalls erheblich erschwert, jedoch nicht gefördert werden. „Wir haben 1 Analphabeten und 33 Schüler mit geringen Sprachkenntnissen in zwei Sprachförderklassen, die stundenweise in den Regelunterricht integriert werden. Dazu kommen Schüler, die eigentlich mit der Realschule überfordert sind und eine Hauptschule besuchen sollten. Die Probleme werden noch verstärkt durch einen erheblichen Raummangel“, so Frau Linnemöller weiter. Ebenfalls übersehen sollte man nicht, dass unter solchen Voraussetzungen Kinder deutscher Eltern schnell zur Randgruppe werden. Eine gezielte Förderung ist so kaum möglich.

 

„Vor diesem Hintergrund ist für die FDP Minden eine entsprechende Kurskorrektur unerlässlich. Wir fordern deshalb, den Beschluss zur Schließung der Hauptschule Todtenhausen noch einmal zu überdenken und ggf. entsprechend zu korrigieren. Eine Änderung des Schulbetriebs, wie von der Verwaltung vorgesehen und mit bis dahin offenbar noch unklaren Auswirkungen für die betroffenen Schulen, halten wir unter den gegebenen Umständen für nicht vertretbar“, so Hartmut Freise, Vorsitzender der FDP Minden.

 

„Ein System, das Schnelle langsamer, Langsame aber nicht schneller macht, ist nicht geeignet, um den Herausforderungen von morgen erfolgreich zu begegnen. Wir sollten den Alarmruf der Schulleiter ernst nehmen – im Interesse unserer Kinder,  ihrer Schulbildung und ihrer Chancen für die Zukunft.“!    

 

Ihr 

Hartmut Freise

Stadtverbandsvorsitzender

Freie Demokratische Partei, Minden

Teilen mit: