FDP besorgt über wachsende Gewalt an Schulen

Foto: Simone Linnemöller, (c) copyright 2018, FDP Stadtverband Minden

 

FDP besorgt über wachsende Gewalt an Schulen

 

Gewalt gegen Lehrer an jeder dritten Grundschule - so das MT am 2. Mai diesen Jahres. Während Gewalt an der Grundschule eher physisch ausgeführt wird, geht es an den weiterführenden Schulen eher um Beleidigungen, Bedrohungen, Ausgrenzung und Gerüchte sowie Cybermobbing und Respektlosigkeit gegenüber Lehrern, aber auch unter der Schülerschaft. 

 

Die WAZ berichtet am 15.04.2018 von einer steigenden Zahl von Körperverletzungen (6.200), Vergewaltigungen und sexueller Nötigung (55), Hausfriedensbruch (440), Brandstiftung (75). Auch für die Fälle von Nötigung / Beleidigung wird eine zunehmende Tendenz verzeichnet. Verstöße gegen das Waffengesetz wurden in 159 Fällen verzeichnet. Laut einer in diesem Zusammenhang zitierten LKA-Statistik kamen dabei Schusswaffen, Springmesser, Stahlruten, Schlagringe und Gassprühgeräte zum Einsatz. 

 

„Was ist los an unseren Schulen“, so Stadtverbandsvorsitzender Hartmut Freise, „wenn die Deutsche Polizeigewerkschaft eine bundesweite Statistik verbaler, körperlicher und Waffen-Gewalt fordert? Was entwickelt sich da, wenn, wie berichtet, antisemitische Beschimpfungen an vielen Schulen in Unterricht und Pause zum Alltag gehören?“

 

Was ist los an unseren Schulen, wenn Gewalt an Schulen gegenüber Lehrkräften lange ein Tabuthema war? fragt Stefan Behlau vom VBE.

 

Wenn Kinder und Jugendliche Gewalt in der Familie erfahren, eine unberechenbare Erziehung erleben und Gewalt nicht sanktioniert, sondern belohnt wird, dann neigen sie ebenfalls zu gewalttätigem Handeln. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder lernen, mit einem klaren NEIN, wie mit Kritik, umzugehen. 

 

In der Schule machen sich vor allem die Auswirkungen unterschiedlicher sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Herkunft bemerkbar, insbesondere in großen Klassen, in denen es Lehrern kaum mehr möglich ist, sich individuell um die Schüler zu kümmern.

 

„Minden und seine Schulen bilden vermutlich keine Ausnahme, auch wenn es bereits diverse Projekte zur Förderung sozialen Lernens gibt“, so Simone Linnemöller, die bildungspolitische Sprecherin der FDP Minden.  „Schulsozialarbeiter an allen Mindener Schulen leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Das reicht jedoch nicht aus. Deutlich kleinere Klassen und mehr Lehrer ermöglichen eine bessere Beziehung zu den Schülern und sind Voraussetzung für guten Unterricht. Auch mangelt es an Schulraum, sowohl im Primar-, wie im Sekundarbereich, hier vor allem durch die Schließung der Hauptschule.“ 

 

Was ist los an unseren Schulen, wenn, so H.P. Meidinger, Deutscher Lehrerverband, gesellschaftliche Konflikte vor den Schulen nicht Halt machen und dort vielfach unerträgliche Zustände herrschen? Seine Kritik: „Bis dato schaut die Politik nur zu“. 

 

„ Wir dürfen dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen, sondern müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten auch selbst aktiv werden“, so Hartmut Freise. „Deshalb wollen wir durch persönliche Gespräche mit den Mindener Schulen und ihren Vertretern selbst ein Bild von der konkreten Situation vor Ort gewinnen. Wir werden dazu in nächster Zeit die Schulleitungen kontaktieren und sichern selbstverständlich Vertraulichkeit zu.“      

 

(Pressemitteilung des FDP-Stadtverband Minden vom 18.05.2018)

 

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