Multihalle - Abschied auf Raten oder neuer Ansatz?

„Wir wissen noch nicht wie und was, aber das ganz entschlossen“ so oder ähnlich hörte sich die Argumentation der Befürworter dieses Projekts von CDU und SPD in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag an. 

 

Wenn nun unter Mitwirkung der beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD in den nächsten Monaten der Versuch unternommen wird, durch weitere Gespräche mit Kreis und Wirtschaft doch noch zu einem vertretbaren Finanzierungsmodell zu kommen, dann fragt man sich, warum das bis dahin nicht möglich war. Bei anderen kreisangehörigen Kommunen scheint die Ablehnung zuzunehmen. Während des kürzlichen Stadtgesprächs meinte der Landrat, dass Minden ja vielleicht noch einmal einen ´kräftigen Schluck aus der Pulle´ nehmen könne. -  Auch das war ein Signal. -


Mehrfach wurde während der Debatte im Rat seitens CDU und SPD von besseren Konditionen gesprochen, die zu vertretbaren Belastungen für den städtischen Haushalt führen sollen. Die wiederholte Nachfrage von Hartmut Freise, was man denn unter einer vertretbaren Belastung verstehe, blieb unbeantwortet. 

 

Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist eindeutig. Jährliche Belastungen der Stadt in Höhe von 1.6 MIO und mehr kann der städtische Haushalt nicht verkraften. Die Konsequenzen wären gravierend - Kürzungen über alle Budgets oder Steuererhöhungen. Auch hierauf wurde von Freise erneut hingewiesen und an die entsprechenden Mahnungen des Kämmerers erinnert. Ein weiteres Problem stellt die Abhängigkeit von Spielplänen der Bundesliga dar. Eine langfristige Buchung von Veranstaltungen aller Art ist nicht möglich und entsprechende Erlöse fehlen.

 

Die Alternative könnte PPP lauten; (Private-Public-Partnership) Während die Kommune Areal und Erschließung, etc. für ein eher symbolisches Entgelt bereit stellt, errichtet ein Privatunternehmen (z.B. aus mehreren größeren heimischen Unternehmen) die Arena und dazu eine Betriebsgesellschaft (z.B. Minden-Sport und Eventmanagement) für die Vermarktung; ggf. mit interessanten steuerlichen Aspekten für die Akteure. 

 

Alternativ zur Multifunktionsarena wäre so auch eine reine Veranstaltungshalle für ca. 2.000 Besucher vorstellbar; Markt vorhanden, kein Vermarktungshemmnis aufgrund von Spielplänen. Dazu ein Entertainment-Center mit Kino, Erlebnisgastronomie, etc. für ein jüngeres Publikum, und das Rechte Weserufer würde erheblich aufgewertet, der Standort Minden gestärkt. Handball würde dann weiterhin in der Kampa-Halle gespielt.  

 

Scheidet beides aus, dann müssen wir neu denken, so Hartmut Freise für die FDP Minden. „Der Bericht über die Umsetzung des Haushaltssanierungsplans 2018 liest sich wie eine erfolgreich abgearbeitete Streichliste selbst kleinster Positionen. Die momentan entspannte Haushaltslage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das wieder ändern wird. 

 

Wir haben allen Anlass zu einer Haushaltspolitik mit Augenmaß“.

 

(Pressemitteilung des FDP-Stadtverband Minden vom 17.07.2018)

Foto: Hartmut Freise, Stadtverbandsvorsitzender FDP Minden

 

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