FDP-Fraktion gegen Sekundarschule am Wiehen

Pressemitteilung

Minden, den 18.11.2020

 

FDP-Fraktion gegen Sekundarschule am Wiehen, Begründung der Verwaltung nicht plausibel

 

Die für den Bildungsausschuss am 24.11.2020 vorgesehenen Beschlüsse erscheinen nur im Hinblick auf die mindestens 75 Anmeldungen nachvollziehbar.

 

 

Von 1.824 Fragebogen kamen laut Verwaltungsangaben nur 697 (38%) zurück. Nur 112 Antworten lauteten auf ein klares Ja, 148 äußerten sich verhalten positiv.

 

Mit klarem NEIN antworteten 200 Eltern, und eher NEIN  weitere 237. Wenn fast 2/3 der antwortenden Eltern dieser Schulform eine Absage erteilten, dann ist das eindeutig und das Gegenteil von einem klaren Votum für diese neue Schule. Für 62% der Befragten besteht offensichtlich kein Interesse an einer Veränderung, denn sie antworteten gar nicht erst. Auch das ist eine Botschaft. Warum also dann die Pläne?

 

Warum soll grundlos erneut eine bewährte Schule, die Käthe-Kollwitz-Realschule, abgeschafft werden? Gab es vor 10 Jahren in NRW noch 563 Realschulen, so sind es aktuell noch ca. 393. Diese Entwicklung dürfte weniger auf die angeblichen Nachteile des gegliederten Schulsystems (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) als auf den seinerzeitigen politischen Willen zur Umgestaltung der Bildungslandschaft zurückzuführen sein. Verbesserung der Leistungen? Bessere Bildungschancen? Zweifel sind erlaubt. Vor einigen Jahren ist  in Minden die PRIMUS-Schule errichtet werden. In ganz NRW gibt es 5 Schulen dieses Typs. Ein Erfolgsmodell scheint auch das nicht zu sein. Warum also?

 

Und nun wünscht man sich eine weitere Schulform, die Real- und Hauptschule in einem ist und zusätzlich Kinder mit den Förderschwerpunkten Sprache, emotional / soziale Entwicklung und Lernen in einem Klassenraum zeitgleich, zielführend und dennoch differenziert zu unterschiedlichen Abschlüssen führt. Zudem wird ohne Druck und Sitzenbleiben unterrichtet. Kinder erfahren demnach keine Grenzen und lernen auch nicht, damit umzugehen. Ist das wirklich gewollt?

 

Was bedeutet es für die Lehrkräfte, die im schulischen Alltag heute schon vielfach an ihre Grenzen stoßen, wo es den Schülern oft an Sprachkenntnissen mangelt, Respektlosigkeit, Beleidigungen und Gewalt an Schulen zunehmen und ein echtes Problem darstellen?

 

„Wenn wir den Lehrkräften die schulische Entwicklung unserer Kinder anvertrauen, dann müssen sie die Chance haben, diesem Auftrag gerecht zu werden. Wir sollten sie deshalb fördern und, ja auch fordern, aber nicht hoffnungslos überfordern“, so der Fraktionsvorsitzende Hartmut Freise.

 

Die Schule kann nicht im Elternhaus erkennbar vernachlässigte Erziehungspflichten nachholen und ihre Lehrkräfte können nicht allen Schülern trotz unterschiedlichster Voraussetzungen und Fähigkeiten gleichzeitig das jeweils geforderte Wissen vermitteln, um am Ende auch den angestrebten Abschluss zu erhalten. Es sei denn, man senkt das Niveau soweit, bis es wieder passt.

 

Langsame werden zwar nicht schneller, aber die Schnellen werden eher langsamer, da alle irgendwie mitkommen sollen.

 

Die FDP-Fraktion plädiert stattdessen dafür, der neuen Schulleitung die Chance zu geben, um aus der "Käthe" wieder eine gute, zeitgemäß ausgestattete und geführte Realschule in einem attraktiven Neubau zu machen. „Warum“, so Freise, „etwas Bewährtes aufgeben, wenn der vermeintliche Fortschritt eher in eine bildungspolitische Sackgasse als auf die Autobahn führt?“

 

FDP Fraktion im Rat der Stadt Minden

Hartmut Freise

Borkumweg 9c

32427 Minden