FDP Minden zu Multifunktionsarena

Foto: Planungen für Multifunktionshalle laufen. Die Bilder sind eventuell urheberrechtlich geschützt.

 

FDP Minden zu Multifunktionsarena 

Interessantes Projekt – Falscher Ansatz – und kein Plan B

  

Wie wirtschaftlich ist eine Multihalle?  So die einleitende Frage zu einem Bericht des Mindener Tageblatt am 22.03.2018. Die Frage „Wie unwirtschaftlich ist diese Halle?“ würde dem Ergebnis der Studie vermutlich ziemlich nahe kommen.

Seit einigen Wochen liegt der Verwaltung nun eine Machbarkeitsstudie vor. Diese ist hoffentlich aussagekräftiger, als das zunächst im Auftrag des Kreises vorgestellte Material. War bis dahin von einem jährlichen Zuschussbedarf in Höhe von ca. 1.5 Mio. € die Rede, dann dürfte dieser letztlich vermutlich eher höher als niedriger ausfallen. Dazu ein Parkhaus und die entsprechende Verkehrsanbindung, einschl. Bahn, etc. . Bleibt die Frage, wer für den jährlichen Verlustausgleich aufkommt. Sollte das der Grund sein, warum man sich noch nicht näher äußern möchte? Auch wartet man noch auf den Bericht eines Wirtschaftsprüfers.  Bürger und Politik warten ebenfalls.

 

Als Stärkungspaktkommune hat Minden gänzlich andere Sorgen. Schon die Rathaus-Sanierung bedeutet einen erheblichen Kraftakt. Hinzu kommen massive Investitionen der nächsten Jahre, so für die Schulen. Eine anhaltend gute Konjunktur sorgt für hohe Einnahmen aus der Gewerbesteuer, doch der Abschwung kommt früher oder später. Die Folgen anhaltend steigender Personalkosten und planerischer Risiken aus Vorjahren sollten nicht unterschätzt und entsprechende Mahnungen des Kämmerers ernstgenommen werden. Für neue Projekte wird wenig Spielraum gesehen. 

 

Jetzt also noch eine Arena und ein Geschäftsmodell von dem man nichts versteht?

 

„Wir halten das Projekt durchaus für interessant“, so Hartmut Freise, Vorsitzender der Freien Demokraten in Minden, „dazu ein Stadthotel mit Tagungskapazität – für das Rechte Weserufer, würde das eine wichtige Initialzündung bedeuten“. Es ist aber nicht die Aufgabe der Stadt, eine derartige Arena zu errichten. Dieses sollte durch Investoren und Projektentwickler erfolgen, die das Geschäft kennen. Die Stadt könnte sich mit dem Angebot der notwendigen Flächen und Erschließungsmaßnahmen an einem solchen Projekt beteiligen.  

 

„Wenn ein Investor nach Prüfung von Standort und Potential zu dem Ergebnis kommt, dass sich ein solches Projekt für ihn rechnet, wird er es, zumal angesichts des aktuellen Zinsniveaus, auch realisieren – oder andernfalls lassen“, so Freise weiter. „Unsere Aufgabe ist es nicht.-  Steuererhöhungen für einen möglichen jährlichen Verlustausgleich lehnen wir ab“. 

 

Ein Plan B ist offenbar nicht vorhanden, wäre aber sinnvoll, denn dass dort etwas geschehen muss, steht außerfrage. Stadtentwicklung erfordert Offenheit für Neues und gelegentlich mutige Entscheidungen – aber auch den Blick für das Machbare.

 

(Pressemitteilung des FDP-Stadtverband Minden vom 25.03.2018)

Teilen mit: